Die Buche – Ein kurzer Steckbrief

Die Buche ist in ganz Mitteleuropa heimisch. Sie ist nach der Eiszeit vor 4.500 J. wieder eingewandert. Deshalb wird sie auch als „junge“ Baumart bezeichnet. Buchen können über 400 Jahre alt werden. Als bedeutender Waldbaum erreicht die Buche eine Höhe von 30 bis 35 Metern, manchmal auch über 40 Meter. Im Gegensatz zu manchen anderen Baumarten hält das Wachstum bis ins hohe Alter unvermindert an. Es gibt etwa zehn Arten, welche eine weite Verbreitung in der nördlichen gemäßigten Zone in Nordamerika und Eurasien besitzen.

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Wie viel Buchenwälder gibt es?

In Deutschland sind nur  4,5 Prozent der heutigen Bundesfläche mit Buchenwäldern bedeckt. Und das, obwohl die Buche von Natur aus die häufigste Baumart in Deutschland wäre. Von ihrem einstigen Areal sind heute nur 7 Prozent übrig geblieben – und nur ein kleiner Anteil von 6 Prozent ist  älter als 160 Jahre.

Schätzungen zufolge dürfte das ursprüngliche Areal in Europa insgesamt um mehr als 85 Prozent geschrumpft sein, wobei sich fast die Hälfte dieser noch vorhandenen Bestände in vier europäischen Staaten konzentriert (Rumänien, Deutschland, Frankreich und Slowenien). Naturnahe Rotbuchenwälder sind sehr selten, deshalb gelten sie heute als unersetzliches Naturerbe.

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Welche seltenen Arten sind im stillgelegten Buchenwald angesiedelt?

In den urwaldnahen Buchenwäldern von Hümmel finden Tiere ein Zuhause, die sonst in den meisten Regionen Deutschlands bereits nicht mehr vorkommen: Seltene Tierarten wie die Wildkatze, der Schwarzstorch, der Schwarz- und der Mittelspecht, verschiedene Eulenarten und seltene Käfer. Hinzu kommen tausende weiterer Insekten- und Pilzarten.  Die Eifel war neben Schottland für die Wildkatze in der Vergangenheit das letzte intakte Vorkommen. Von der Eifel aus wurden Auswilderungsprojekte etwa in den Bayrischen Wald oder den Harz vorgenommen. Doch es ist noch längst nicht alles entdeckt - die Forschung steht in Hümmel noch am Anfang. Die Gemeinde arbeitet mit der RWTH Aachen zusammen, um den Geheimnissen und der Artenvielfalt der seltenen Buchenwälder auf die Spur zu kommen.

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Wo liegt der Unterschied zwischen ökologischer Bewirtschaftung und der Stilllegung von Waldbeständen?

Bei der ökologischen Bewirtschaftung von Waldbeständen wird unter anderem auf Kahlschlag, schwere Maschinerie und Pestizideinsatz verzichtet. Der Wald wird vor industriellem und zerstörerischem Holzeinschlag geschützt. Ziel ist es, die Situation im bewirtschafteten Wald möglichst nah an den natürlichen Zustand anzunähern. Somit wird auch Tieren und Pflanzen ein sicherer Lebensraum geboten.

Die Stilllegung von Waldbeständen hingegen verzichtet vollständig auf eine wirtschaftliche Nutzung der Bäume und des Holzes. Das Waldsystem wird sich selbst überlassen, eine vollkommen natürliche Entwicklung ermöglicht. Im Gegensatz zur ökologischen Bewirtschaftung hat dieser Ansatz eine noch größere Bedeutung für die Rückführung von Baumbeständen in einen urwaldnahen Zustand. Allerdings entfallen dabei auch jegliche Einnahmen durch entsprechende Holzgewinnung. Daher ist es notwendig, für stillgelegte Buchenwälder alternative Einnahmequellen zu erschließen.

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Warum können sich viele Arten in wirtschaftlich genutzten Buchenwäldern nicht durchsetzen?

In Deutschland werden Buchen in der Regel in einem Alter von 160 Jahren abgeholzt, da das Holz zu diesem Zeitpunkt den höchsten Wert erreicht. Für viele Tier- und Pflanzenarten werden Buchen aber erst ab einem Alter von 200 Jahren zu wertvollem Lebensraum. Speziell zahlreiche Insektenarten sind auf Holz angewiesen, welches bereits stellenweise zu faulen beginnt. Totholz, welches diese Anforderung erfüllt, wird aus bewirtschafteten Wäldern meist entfernt, obwohl sie Teil eines wertvollen Ökosystems sind. Die Buchen in den Projektflächen in Hümmel sind zum Teil über 190 Jahre alt. Werden sie jetzt unter Schutz gestellt, können sie in Ruhe altern und Heimstätte für viele Arten werden.

Es gibt in Deutschland keine Buchenwälder, in denen die Bäume ihr Höchstalter erreicht haben. Die Hümmeler Buchenwälder bieten nun die Chance, diesen Lebensabschnitt für die Buchen zu ermöglichen und dabei völlig neue Erkenntnisse zu gewinnen – Ergebnis offen.

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Welche Bedeutung hat der urwaldnahe Buchenwald für das Klima?

Für den Klimaschutz können stillgelegte Buchenwälder sehr viel leisten. Ein Buchenwald wie in Hümmel “deponiert“ pro Hektar etwa 600 Tonnen CO2. Dabei hört der Wald nicht auf, weiteres CO2 einzulagern (pro Jahr und Hektar etwa 15 Tonnen). Sowohl im Baumbestand als auch im Boden wird fortlaufend CO2 gebunden und so ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

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Welche Bedeutung haben Buchenwälder für den Wasserschutz?

Wäldern kommt im Wasserschutz eine mehrfache Bedeutung durch ihre Filterungs-, Rückhalte- und Speicherungsfunktionen zu.

Mit der Filterung des Wassers tragen Wälder zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser bei. Die obersten zehn Zentimeter Waldboden können pro Quadratmeter bis zu 50 Liter Niederschlagswasser speichern. Dieses versickert durch die einzelnen Bodenschichten langsam ins Grundwasser und wird dabei auf natürliche Weise von Schadstoffen gereinigt. Das spart auch Geld, weil das Wasser nicht maschinell gefiltert werden muss. Da der Wald nicht gedüngt wird, ist die Nitratbelastung des Sickerwassers unter Wald zudem deutlich geringer als unter Ackerböden. Dies gilt insbesondere für Buchen- und andere Laubwälder, die erheblich mehr zur Grundwasserbildung beitragen als Nadelwälder und damit die Nitratkonzentration im Grundwasser noch stärker verdünnen.

Die Wasserspeicherfunktion der Wälder wird zunehmend wichtig, da durch den Klimawandel das Risiko für trockene Sommer und damit Wasserknappheiten steigt. Gleichzeitig nehmen Wälder damit auch eine Wasserrückhaltefunktion ein und unterstützen so den Hochwasserschutz. Naturnahe Buchenwälder haben dabei einen höheren Wasserspeichereffekt als beispielsweise Nadelholzwälder.

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Warum Buchenwald?

Zum einen hat die natürliche Verbreitung von Buchenwäldern eine besondere Bedeutung in Deutschland. Von Buchen dominierte Wälder würden in Deutschland, das unter natürlichen Bedingungen zu weit über 90% mit Wald bedeckt wäre, die deutlich vorherrschende natürliche Vegetation darstellen. Da etwa ein Viertel des natürlichen Gesamtareals der Rotbuchenwälder weltweit auf Deutschland entfällt, entsteht eine besondere Rolle in der naturschutzgerechten Entwicklung solcher Ökosysteme.

Zudem weisen Buchenbestände eine Anzahl besonderer Eigenschaften auf, die auch innerhalb des Projektes gezielt gefördert werden sollen (siehe: Welche weiteren Vorteile bietet das Projekt?)

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Wo befinden sich die Projektflächen?

Als deutsches Waldprojekt befindet sich das B.A.U.M.-Waldreservat im Forstrevier der Gemeinde Hümmel (Landkreis Ahrweiler). Im äußersten Norden von Rheinland-Pfalz gelegen und an Nordrhein-Westfalen grenzend, besitzt die Gemeinde rund 750 Hektar Wald, der seit 1995 konsequent ökologisch bewirtschaftet wird.

Hümmel ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) und unterhält eine ständige Kooperation mit dem Fachbereich Biologie der RWTH Aachen. Als eine der ersten Kommunen in Rheinland-Pfalz wurde die Gemeinde zudem bereits 1999 FSC-zertifiziert.

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Was ist das besondere an den Projektflächen?

Unter den heutigen klimatischen Bedingungen wären große Teile Deutschlands von Natur aus mit Buchenwäldern bedeckt. In Realität haben alte Buchenwälder mit Baumbeständen im Alter von über 160 Jahren aber mit 0,27 % nur noch einen extrem geringen Anteil an der Waldfläche Deutschlands. Die Projektbestände bestehen aus geschlossenen, alten und entsprechend seltenen Buchenwäldern, wie sie europaweit kaum noch vorhanden sind. Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass diese Bestände noch von alten Urwäldern abstammen. Die über 190 Jahre alten Bäume werden seit vielen Jahren bereits konsequent geschont. Ziel dieses in Deutschland sehr seltenen Ansatzes ist der Schutz und Aufbau alter Laubwälder, die die Funktionen der Urwälder wieder übernehmen können. Durch den Nutzungsverzicht weisen die Hümmeler Buchenwälder schon heute etwa dreimal soviel Biomasse und damit auch dreimal soviel Bäume auf wie bewirtschaftete Buchenaltwälder. Dies kommt schon sehr nahe an Messwerte von Urwäldern heran.

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Welche Ziele werden mit der Stilllegung verfolgt?

Die Stilllegung und vollständiger Rausnahme der urwaldnahen Buchenwälder aus wirtschaftlicher Nutzung dienen dem Erhalt und Schutz ökologisch wertvollen Lebensraums. Als natürliches Waldgebiet sollen die geschützten Projektflächen die Funktionen alter Urwälder übernehmen können. Dazu zählen zum Beispiel der Erhalt und Schutz von Artenreichtum, Wasserschutz und besonders seltener Wald-Landschaften.

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Wofür werden die Einnahmen in der Gemeinde Hümmel eingesetzt?

Die Gemeinde Hümmel wird die generierten finanziellen Mittel unmittelbar und ausschließlich in ihre Forstwirtschaft reinvestieren. So werden von den Einnahmen minderwertige Flächen aus Nachbargemeinden zugekauft und in das ökologische Bewirtschaftungskonzept der Gemeinde Hümmel überführt, das z.B. die Überführung nach Nadelholzbeständen in Laubwälder vorsieht. So wird in doppeltem Sinne der vorbildliche Umgang mit deutschem Wald gefördert: Indem seltene und besonders schützenswerte Flächen vollständig ökonomisch stillgelegt und minderwertige Flächen in eine ökologische Bewirtschaftung überführt werden und so ökologisch aufgewertet werden können. Ein langfristiger Verzicht auf die Nutzung der Holzbestände im B.A.U.M.-Waldreservat wäre andernfalls nicht möglich.

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Wie hat sich die Bewirtschaftung der Wälder in Hümmel bis zur heutigen Situation entwickelt?

In der Gemeinde Hümmel wurde bereits 1994 damit begonnen, die heimischen Waldbestände ökologisch zu bewirtschaften. Zunächst wurde eine grundsätzliche Abkehr von Nadelbäumen hin zu Laubbäumen beschlossen, welche ursprünglich die Landschaft beherrscht haben. Zudem wurden über spezielle und unkonventionelle Jagdregelungen kontinuierlich die Wildbestände reduziert, um den Wald zu schützen. Daraufhin wurde der Einsatz von schweren Harvestern zur Ernte in Frage gestellt und vor 15 Jahren schließlich in der Gemeinde vollständig verboten. Im Forstbetrieb der Gemeinde arbeiten menschliche Arbeiter Seite an Seite mit Pferden, die das Holz an Waldwege vorliefern. Maßgeblicher Initiator ist Revierförster Peter Wohlleben, der sich seit langem persönlich für nachhaltige Forstwirtschaft sowie den Erhalt urwaldnaher Wälder in Deutschland engagiert. Der nächste Schritt nach der Entscheidung für eine streng ökologische Bewirtschaftung ist nun die Einrichtung von Totalreservaten, also die komplette Stilllegung der besonders wertvollen Buchenwald-Bestände der Gemeinde. Dieses ambitionierte Vorhaben können die B.A.U.M. e.V. Mitglieder über eine Beteiligung am Waldreservat „Wilde Buche“ unterstützen.

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Wir machen Wald. Die ForestFinance-Gruppe bietet Investments in die ökologische Aufforstung von Tropenholz an. Sie bewirtschaftet über 16.000 Hektar ökologischer Forstflächen in Mittelamerika, Südamerika und Asien. Sie ist auf Waldinvestments spezialisiert, die lukrative Rendite mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit verbinden. Interessenten können zwischen verschiedenen Produkten der nachhaltigen Tropenforstwirtschaft wählen.
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