Deutschland trägt auf nationaler, europäischer und globaler Ebene besondere Verantwortung für den Erhalt und die naturschutzgerechte Entwicklung von Buchenwald-Ökosystemen. Etwa ein Viertel des natürlichen Gesamtareals der Rotbuchenwälder weltweit entfällt auf Deutschland, das im Zentrum des Verbreitungsgebietes liegt. Von Buchen dominierte Wälder würden in Deutschland, das unter natürlichen Bedingungen zu weit über 90% mit Wald bedeckt wäre, die deutlich vorherrschende natürliche Vegetation darstellen. Große Teile Deutschlands (mit Ausnahme von Mooren, Sumpf- und Bruchwäldern, Flussauen, höchsten Berglagen und extremen Trockengebieten) wären also unter den heutigen Klimabedingungen von Natur aus mit Buchenwäldern bedeckt.

Im Laufe der (mittel-)europäischen Siedlungsgeschichte sind die natürlich vorkommenden Rotbuchenwälder stark zurückgedrängt worden. Vor allem alte Buchenwälder mit Baumbeständen im Alter von über 160 Jahren haben nunmehr mit 0,27% nur noch einen extrem geringen Anteil an der Fläche Deutschlands.

Die Projektfläche besteht aus eben solchen geschlossenen alten und entsprechend seltenen Buchenwäldern. Die Bäume sind mittlerweile rund 200 Jahre alt und werden seit vielen Jahren bereits konsequent geschont. Ziel dieses in Deutschland sehr seltenen Ansatzes ist der Aufbau alter Laubwälder, die die Funktionen der Urwälder wieder übernehmen können. Im Rahmen des Projektes werden diese urwaldnahen Buchenwälder zum Zeitpunkt ihres maximalen ökologischen (und ökonomischen!) Wertes stillgelegt und aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen, zugunsten des Erhalts und Schutzes dieses ökologisch besonders wertvollen und seltenen Waldlebensraums.

Im Rahmen des Projekts soll das Waldgebiet in seiner Natürlichkeit bewahrt werden und ein beispielhaftes Konzept zum Erhalt der artenreichen Buchenwaldgesellschaften, der dort vorherrschenden Biodiversität und der seltenen Landschaft entstehen.

 

 

  • Förderung und Erhalt der Artenvielfalt: Das Vorkommen seltener Arten steigt merklich: Schwarzspecht, Mittelspecht und Schwarzstorch sind in der Gemeinde Hümmel ebenso heimisch geworden wie die extrem scheue Wildkatze. Der hohe Altholzanteil, der in bewirtschafteten Wäldern fehlt, bietet Lebensraum für über 30.000 Insekten- und Pilzarten.
  • Die Rotbuche ist bekannt für ihre hohe eigene genetische Diversität zwischen einzelnen Beständen. Für die Anpassung dieser zentralen Baumart an den Klimawandel ist diese spezies-interne Diversität entscheidend. Daher ist jeder Altbestand besonders wertvoll, da er einen lokal angepassten, genetisch individuellen Typ darstellt.
  • Die Rotbuche trägt die Geschichte Europas in sich: Während der letzten Eiszeit mussten die Bäume auf neue Verbreitungsgebiete im Süden ausweichen. Aus Mitteleuropa haben das nur wenige Baumarten geschafft, da die vergletscherten Alpen wie ein Riegel dazwischen lagen. Die Baumflora wurde dramatisch dezimiert. Die Rotbuchen wurden getrennt und wichen östlich und westlich der Alpen aus. Sie wanderten nach der Eiszeit im Osten über die sogenannte „Böhmische Pforte“ und im Westen durch die „Burgundische Pforte“ wieder ein, zu der unser Bestand gehört. Die genetische Varianz zwischen beiden Gruppen ist beträchtlich und Gegenstand intensiver Forschung und vor allem Teil unserer europäischen Klimageschichte.
  • Naturnahe Buchenwälder haben einen höheren Wasserspeichereffekt als Wälder mit einem hohen Nadelholzanteil und leisten u. a. einen entscheidenden Beitrag für die Grundwasser und Bodenqualität.
  • Die lebende Biomasse, überwiegend im Holz der Bäume und im Boden gebunden, erreicht in den alten Buchenbeständen mittlerweile den dreifachen Wert bewirtschafteter Wälder und damit wieder Urwaldniveau. Die nutzungsfreien Buchenwälder leisten somit u.a. auch einen wichtigen Beitrag zur dauerhaften Kohlenstofffixierung und damit zum Klimaschutz.

 

Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“  zeichnet jedes Jahr innovative Ideen und Konzepte aus, die für ein modernes, offenes und nachhaltiges Deutschland stehen. Da insbesondere das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt, ist auch unser Waldreservat einer der herausragenden „365 Orte im Land der Ideen“.

Mehr zur Initiative und der Auszeichnung finden Sie hier.

 

 

Im äußersten Norden von Rheinland-Pfalz gelegen, grenzt die Gemeinde Hümmel (Landkreis Ahrweiler) unmittelbar an Nordrhein- Westfalen. Die Gemeinde besitzt rund 750 Hektar Wald, der seit 1995 konsequent ökologisch bewirtschaftet wird. Als moderner, konsequent ökologisch ausgerichteter Forstbetrieb bietet das Revier Hümmel ein umfassendes Dienstleistungsangebot. Revierförster Peter Wohlleben engagiert sich seit langem persönlich für nachhaltige Forstwirtschaft sowie den Erhalt urwaldnaher Wälder in Deutschland.

Neben seiner langjährigen Tätigkeit im Forstrevier Hümmel hat er auch mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht.


Wir machen Wald. Die ForestFinance-Gruppe bietet Investments in die ökologische Aufforstung von Tropenholz an. Sie bewirtschaftet über 16.000 Hektar ökologischer Forstflächen in Mittelamerika, Südamerika und Asien. Sie ist auf Waldinvestments spezialisiert, die lukrative Rendite mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit verbinden. Interessenten können zwischen verschiedenen Produkten der nachhaltigen Tropenforstwirtschaft wählen.
Eifelstraße 20
Bonn
NRW
53119
DE